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Schadenaufnahme im Betrieb

Schadenfotos richtig machen: die Anleitung für deine Kunden

Ein gutes Schadenfoto zeigt nicht nur den Schaden, sondern auch, wo er sitzt. Acht Fotos reichen für fast jede erste Einschätzung.

Christoph BrinkeChristoph Brinke
Geschäftsführer, Smoke and Luck GmbH
5 Minuten Lesezeit

Kurz erklärt

Gute Schadenfotos zeigen das ganze Fahrzeug mit lesbarem Kennzeichen, den Schaden aus zwei bis drei Metern und aus der Nähe, dazu Fahrzeugschein und Kilometerstand. Bei Dellen hilft schräges Licht, bei Glasschäden ein Gegenstand zum Größenvergleich. Mit diesen Bildern kann ein Betrieb den Schaden vorab einschätzen; eine Besichtigung ersetzen sie nicht.

Warum Kunden so oft die falschen Fotos schicken

Kunden fotografieren, was sie ärgert: die Delle, den Kratzer, den Riss. Meist aus 20 Zentimetern, mit Blitz, und oft ohne irgendetwas drumherum. Für den Kunden ist das der Schaden. Für deine Annahme ist es ein Bild, auf dem man weder das Fahrzeug noch die Stelle noch die Größe erkennt.

Das ist kein Vorwurf an den Kunden. Niemand hat ihm gesagt, was der Betrieb braucht. Genau das kannst du ändern, mit einer kurzen Anleitung, die er vor dem Fotografieren sieht, nicht erst nach der dritten Rückfrage.

Die acht Fotos für fast jeden Schaden

  1. Fahrzeug schräg von vorn

    Das ganze Auto aus einigen Metern, Kennzeichen lesbar. Zeigt Fahrzeug, Farbe und Zustand.

  2. Fahrzeug schräg von hinten

    Die diagonal gegenüberliegende Ecke. Zusammen mit dem ersten Bild ist das Fahrzeug einmal rundum zu sehen.

  3. Schaden aus zwei bis drei Metern

    Die betroffene Seite so, dass man erkennt, wo am Auto der Schaden sitzt. Das ist das wichtigste Bild.

  4. Schaden aus der Nähe

    Etwa eine Armlänge entfernt, ohne Blitz. Jetzt sieht man Kratzer, Dellen und Risse im Detail.

  5. Schaden schräg von der Seite

    Bei Dellen das Handy flach an der Karosserie entlang halten. Das Licht von der Seite macht die Verformung sichtbar.

  6. Fahrzeugschein

    Vorderseite, flach auf dem Tisch, alle Felder lesbar. Spart das Abtippen und Zahlendreher.

  7. Kilometerstand

    Das Display bei eingeschalteter Zündung. Bei freien Werkstätten und technischen Problemen gehört eine Warnleuchte gleich mit drauf.

  8. Umgebung oder Unfallstelle

    Bei Unfällen die Stellung der Fahrzeuge, bei Hagel ein Bild vom Abstellort. Hilft bei der Einordnung des Hergangs.

Mehr Fotos schaden nicht. Weniger als diese acht führen fast immer zu einer Rückfrage.

Licht, Abstand, Schärfe: die häufigsten Fehler

  • Blitz an: Der Blitz spiegelt im Lack und überstrahlt genau die Stelle, um die es geht. Besser bei Tageslicht ohne Blitz fotografieren.
  • Pralle Sonne: Harte Schatten und Spiegelungen verdecken Dellen. Ein bedeckter Himmel oder Schatten ist ideal.
  • Zu nah: Ein Bild aus 20 Zentimetern zeigt eine Fläche, aber nicht, wo sie ist. Immer zuerst aus Abstand, dann nah.
  • Verwackelt: Kurz stehen bleiben, Handy mit beiden Händen halten, auf den Schaden tippen, damit die Kamera scharf stellt.
  • Schmutz: Ein verdreckter Schaden ist schwer zu beurteilen. Wenn es gefahrlos geht, die Stelle kurz abwischen.
  • Nur Video: Ein Video hilft als Ergänzung, ersetzt aber keine Fotos, weil Standbilder aus Videos oft unscharf sind.

Besonderheiten bei Hagel, Glas und Unfall

Hagelschaden

Dach, Motorhaube und Kofferraumdeckel jeweils schräg fotografieren, damit das Licht die Dellen zeigt. Ein Bild vom Abstellort und das Datum des Unwetters festhalten.

Glasschaden

Den Steinschlag aus der Nähe mit einer Münze oder einem Schlüssel daneben, damit man die Größe sieht. Dazu ein Bild, das zeigt, wo er in der Scheibe sitzt.

Unfallschaden

Beide Fahrzeuge, ihre Stellung zueinander und die Kennzeichen. Wenn es sicher ist, vor dem Wegfahren fotografieren.

Wie die Meldung bei Hagel im Ganzen abläuft, steht im Artikel Hagelschaden melden. Für Unfälle hilft der Artikel Unfallschaden digital melden.

Wie die Fotos zu dir kommen

Die beste Anleitung nützt wenig, wenn die Fotos danach einzeln per WhatsApp eintrudeln, verkleinert und ohne Zusammenhang. Deshalb lohnt sich ein fester Weg, auf dem Fotos und Angaben zusammen ankommen.

In der Meldestrecke von Mein Schadenfall lädt der Kunde die Fotos direkt in der Meldung hoch, zusammen mit Fahrzeugdaten und Beschreibung. Fragen und Hinweistexte passen wir bei der Einrichtung an deinen Betrieb an, also auch die Bitte um genau die Bilder, die du brauchst. Bei dir landet die Meldung vollständig per Mail und im Dashboard. Wie das im Ablauf aussieht, zeigt die Seite So funktioniert es.

Anleitung zum Weitergeben

Druck die acht Fotos als kleine Liste auf die Rückseite deines Flyers oder auf den Aufkleber im Handschuhfach. Dann hat der Kunde sie am Unfallort zur Hand.

Was Werkstatt, Gutachter und Glasbetrieb jeweils sehen wollen

Die acht Fotos sind die Grundlage. Je nach Betrieb verschiebt sich der Schwerpunkt, und es lohnt sich, die Anleitung darauf zuzuschneiden.

  • Karosserie und Lack: die Umgebung des Schadens, angrenzende Teile und Spaltmaße, weil daran der Umfang der Instandsetzung hängt.
  • Freie Werkstatt: bei technischen Problemen die Warnleuchte im Display, den Kilometerstand und, wenn möglich, ein kurzes Video vom Geräusch.
  • Kfz-Sachverständige: alle Seiten des Fahrzeugs, auch die unbeschädigten, damit Vorschäden erkennbar sind, und Bilder der Unfallstelle.
  • Glas: die Lage des Steinschlags im Sichtfeld des Fahrers und einen Größenvergleich, weil davon abhängt, ob repariert oder getauscht wird.

Wie die Meldestrecke diese Unterschiede abbildet, zeigen die Seiten für Karosserie- und Lackierbetriebe, freie Werkstätten und Kfz-Sachverständige.

Was Fotos leisten und was nicht

Mit guten Fotos kann dein Team einschätzen, ob ein Kostenvoranschlag reicht, ob ein Gutachter dazukommen sollte und wie viel Zeit ihr für die Reparatur einplanen müsst. Sie ersetzen aber nicht den Blick auf das Fahrzeug. Verdeckte Schäden hinter Stoßfängern oder an Halterungen sieht man erst bei der Demontage.

Sag das deinen Kunden ehrlich: Die Fotos beschleunigen den Start, der endgültige Umfang zeigt sich in der Werkstatt. Wenn du wissen willst, wie die Fotoanleitung in deiner eigenen Meldestrecke aussehen würde, sprich mit uns in einer kostenlosen Beratung. Die Stufen findest du auf der Seite Pakete.

Christoph Brinke, Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH

Über den Autor

Christoph Brinke

Gelernter Lackierer und Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm, die Mein Schadenfall betreibt. Er kennt die Schadenmeldung aus Werkstatt, Begutachtung und Abwicklung.

Christoph Brinke auf LinkedIn

Antworten

Häufige Fragen

Welche Fotos braucht die Werkstatt nach einem Unfall?

Das ganze Fahrzeug schräg von vorn und hinten mit Kennzeichen, den Schaden aus zwei bis drei Metern und aus der Nähe, ein Bild schräg von der Seite für Dellen, den Fahrzeugschein, den Kilometerstand und die Unfallstelle.

Sollte ich Schadenfotos mit Blitz machen?

Besser nicht. Der Blitz spiegelt im Lack und überstrahlt die Schadenstelle. Tageslicht ohne direkte Sonne liefert die besten Bilder, Dellen werden mit Licht von der Seite sichtbar.

Wie fotografiere ich eine Delle richtig?

Das Handy flach an der Karosserie entlang halten und schräg auf die Delle fotografieren. Licht von der Seite zeigt die Verformung. Dazu ein Bild aus Abstand, damit man sieht, wo die Delle sitzt.

Reichen Fotos für einen Kostenvoranschlag?

Für eine erste Einschätzung oft ja. Den genauen Umfang kann die Werkstatt aber erst am Fahrzeug festlegen, weil verdeckte Schäden auf Fotos nicht zu sehen sind.

Wie schicke ich die Schadenfotos am besten an die Werkstatt?

Über die Meldestrecke des Betriebs, wenn es eine gibt. Dort kommen Fotos und Angaben zusammen an. Einzelne Fotos per Messenger werden oft verkleinert und gehen im Chat leicht verloren.

Dein nächster Schritt

Lass uns über deinen Meldeweg sprechen

In einer kostenlosen Beratung zeigen wir dir, wie die Schadenmeldung in deinem Betrieb aussehen kann, im Logo und in den Farben deines Betriebs.

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