Kurz erklärt
Gute Schadenfotos zeigen das ganze Fahrzeug mit lesbarem Kennzeichen, den Schaden aus zwei bis drei Metern und aus der Nähe, dazu Fahrzeugschein und Kilometerstand. Bei Dellen hilft schräges Licht, bei Glasschäden ein Gegenstand zum Größenvergleich. Mit diesen Bildern kann ein Betrieb den Schaden vorab einschätzen; eine Besichtigung ersetzen sie nicht.
Warum Kunden so oft die falschen Fotos schicken
Kunden fotografieren, was sie ärgert: die Delle, den Kratzer, den Riss. Meist aus 20 Zentimetern, mit Blitz, und oft ohne irgendetwas drumherum. Für den Kunden ist das der Schaden. Für deine Annahme ist es ein Bild, auf dem man weder das Fahrzeug noch die Stelle noch die Größe erkennt.
Das ist kein Vorwurf an den Kunden. Niemand hat ihm gesagt, was der Betrieb braucht. Genau das kannst du ändern, mit einer kurzen Anleitung, die er vor dem Fotografieren sieht, nicht erst nach der dritten Rückfrage.
Die acht Fotos für fast jeden Schaden
Fahrzeug schräg von vorn
Das ganze Auto aus einigen Metern, Kennzeichen lesbar. Zeigt Fahrzeug, Farbe und Zustand.
Fahrzeug schräg von hinten
Die diagonal gegenüberliegende Ecke. Zusammen mit dem ersten Bild ist das Fahrzeug einmal rundum zu sehen.
Schaden aus zwei bis drei Metern
Die betroffene Seite so, dass man erkennt, wo am Auto der Schaden sitzt. Das ist das wichtigste Bild.
Schaden aus der Nähe
Etwa eine Armlänge entfernt, ohne Blitz. Jetzt sieht man Kratzer, Dellen und Risse im Detail.
Schaden schräg von der Seite
Bei Dellen das Handy flach an der Karosserie entlang halten. Das Licht von der Seite macht die Verformung sichtbar.
Fahrzeugschein
Vorderseite, flach auf dem Tisch, alle Felder lesbar. Spart das Abtippen und Zahlendreher.
Kilometerstand
Das Display bei eingeschalteter Zündung. Bei freien Werkstätten und technischen Problemen gehört eine Warnleuchte gleich mit drauf.
Umgebung oder Unfallstelle
Bei Unfällen die Stellung der Fahrzeuge, bei Hagel ein Bild vom Abstellort. Hilft bei der Einordnung des Hergangs.
Mehr Fotos schaden nicht. Weniger als diese acht führen fast immer zu einer Rückfrage.
Licht, Abstand, Schärfe: die häufigsten Fehler
- Blitz an: Der Blitz spiegelt im Lack und überstrahlt genau die Stelle, um die es geht. Besser bei Tageslicht ohne Blitz fotografieren.
- Pralle Sonne: Harte Schatten und Spiegelungen verdecken Dellen. Ein bedeckter Himmel oder Schatten ist ideal.
- Zu nah: Ein Bild aus 20 Zentimetern zeigt eine Fläche, aber nicht, wo sie ist. Immer zuerst aus Abstand, dann nah.
- Verwackelt: Kurz stehen bleiben, Handy mit beiden Händen halten, auf den Schaden tippen, damit die Kamera scharf stellt.
- Schmutz: Ein verdreckter Schaden ist schwer zu beurteilen. Wenn es gefahrlos geht, die Stelle kurz abwischen.
- Nur Video: Ein Video hilft als Ergänzung, ersetzt aber keine Fotos, weil Standbilder aus Videos oft unscharf sind.
Besonderheiten bei Hagel, Glas und Unfall
Hagelschaden
Dach, Motorhaube und Kofferraumdeckel jeweils schräg fotografieren, damit das Licht die Dellen zeigt. Ein Bild vom Abstellort und das Datum des Unwetters festhalten.
Glasschaden
Den Steinschlag aus der Nähe mit einer Münze oder einem Schlüssel daneben, damit man die Größe sieht. Dazu ein Bild, das zeigt, wo er in der Scheibe sitzt.
Unfallschaden
Beide Fahrzeuge, ihre Stellung zueinander und die Kennzeichen. Wenn es sicher ist, vor dem Wegfahren fotografieren.
Wie die Meldung bei Hagel im Ganzen abläuft, steht im Artikel Hagelschaden melden. Für Unfälle hilft der Artikel Unfallschaden digital melden.
Wie die Fotos zu dir kommen
Die beste Anleitung nützt wenig, wenn die Fotos danach einzeln per WhatsApp eintrudeln, verkleinert und ohne Zusammenhang. Deshalb lohnt sich ein fester Weg, auf dem Fotos und Angaben zusammen ankommen.
In der Meldestrecke von Mein Schadenfall lädt der Kunde die Fotos direkt in der Meldung hoch, zusammen mit Fahrzeugdaten und Beschreibung. Fragen und Hinweistexte passen wir bei der Einrichtung an deinen Betrieb an, also auch die Bitte um genau die Bilder, die du brauchst. Bei dir landet die Meldung vollständig per Mail und im Dashboard. Wie das im Ablauf aussieht, zeigt die Seite So funktioniert es.
Anleitung zum Weitergeben
Druck die acht Fotos als kleine Liste auf die Rückseite deines Flyers oder auf den Aufkleber im Handschuhfach. Dann hat der Kunde sie am Unfallort zur Hand.
Was Werkstatt, Gutachter und Glasbetrieb jeweils sehen wollen
Die acht Fotos sind die Grundlage. Je nach Betrieb verschiebt sich der Schwerpunkt, und es lohnt sich, die Anleitung darauf zuzuschneiden.
- Karosserie und Lack: die Umgebung des Schadens, angrenzende Teile und Spaltmaße, weil daran der Umfang der Instandsetzung hängt.
- Freie Werkstatt: bei technischen Problemen die Warnleuchte im Display, den Kilometerstand und, wenn möglich, ein kurzes Video vom Geräusch.
- Kfz-Sachverständige: alle Seiten des Fahrzeugs, auch die unbeschädigten, damit Vorschäden erkennbar sind, und Bilder der Unfallstelle.
- Glas: die Lage des Steinschlags im Sichtfeld des Fahrers und einen Größenvergleich, weil davon abhängt, ob repariert oder getauscht wird.
Wie die Meldestrecke diese Unterschiede abbildet, zeigen die Seiten für Karosserie- und Lackierbetriebe, freie Werkstätten und Kfz-Sachverständige.
Was Fotos leisten und was nicht
Mit guten Fotos kann dein Team einschätzen, ob ein Kostenvoranschlag reicht, ob ein Gutachter dazukommen sollte und wie viel Zeit ihr für die Reparatur einplanen müsst. Sie ersetzen aber nicht den Blick auf das Fahrzeug. Verdeckte Schäden hinter Stoßfängern oder an Halterungen sieht man erst bei der Demontage.
Sag das deinen Kunden ehrlich: Die Fotos beschleunigen den Start, der endgültige Umfang zeigt sich in der Werkstatt. Wenn du wissen willst, wie die Fotoanleitung in deiner eigenen Meldestrecke aussehen würde, sprich mit uns in einer kostenlosen Beratung. Die Stufen findest du auf der Seite Pakete.
Über den Autor
Christoph Brinke
Gelernter Lackierer und Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm, die Mein Schadenfall betreibt. Er kennt die Schadenmeldung aus Werkstatt, Begutachtung und Abwicklung.
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