Kurz erklärt
Eine digitale Schadenmeldung wird bekannt, wenn Kunden ihr vor dem Schaden immer wieder begegnen: als QR-Code auf Rechnung, Theke und Aufkleber am Fahrzeug, als Link auf Website, Google-Unternehmensprofil, Mail-Signatur und im Messenger. Bestandskunden erreicht der Betrieb am verlässlichsten per Brief. Ob es wirkt, zeigt die Herkunft der Meldungen je Kanal.
Der beste Meldeweg nützt nichts, wenn ihn keiner kennt
Viele Betriebe richten eine digitale Schadenmeldung ein, setzen einen Link auf die Website und warten. Dann kommen ein paar Meldungen, aber deutlich weniger als erhofft. Der Grund liegt selten an der Meldestrecke. Er liegt daran, dass der Kunde im Moment des Schadens nicht an sie denkt.
Nach einem Unfall oder Hagel öffnet kaum jemand in Ruhe die Website seiner Werkstatt. Er greift zu dem, was ihm gerade einfällt: der Nummer im Handy, dem Aufkleber an der Heckscheibe, dem Ergebnis bei Google. Damit dein Meldeweg dabei ist, muss er vorher an genau diesen Stellen gesessen haben.
Bekannt machen heißt deshalb nicht Werbung im großen Stil. Es heißt, den Weg an die Stellen zu legen, an denen deine Kunden ohnehin mit dir in Kontakt sind.
Drei Werkzeuge: Link, QR-Code, Aufkleber
Link
Für alles Digitale: Website, Google-Unternehmensprofil, Mail-Signatur, Messenger, Social Media. Ein kurzer, fester Link, der sich nie ändert.
QR-Code
Für alles Gedruckte: Rechnung, Auftrag, Visitenkarte, Flyer, Theke. Der Kunde scannt mit der Kamera und landet ohne Tippen in der Meldestrecke.
Aufkleber
Für das Auto selbst: an der Heckscheibe, im Türrahmen, auf dem Serviceanhänger. Er ist dort, wo der Schaden passiert.
Alle drei zeigen auf dieselbe Meldestrecke. Das ist wichtig, weil du später sehen willst, wie viele Meldungen kommen, und weil ein Kunde, der den Weg einmal genutzt hat, ihn wiedererkennen soll.
Die Orte nach Kontaktmoment
Am besten wirkt der Meldeweg dort, wo der Kunde gerade positiv mit deinem Betrieb zu tun hat. Diese Übersicht ordnet die Orte nach dem Moment, in dem er sie sieht:
| Moment | Ort | Werkzeug |
|---|---|---|
| Fahrzeug abholen | Rechnung, Auftrag, Schlüsselanhänger | QR-Code mit einem Satz dazu |
| Im Auto unterwegs | Heckscheibe, Türrahmen, Serviceanhänger, Ölwechsel-Aufkleber | Aufkleber mit QR-Code |
| Warten an der Theke | Aufsteller, Plakat im Wartebereich | QR-Code |
| Im Ersatzwagen | Armaturenbrett, Handschuhfach | Aufkleber oder Karte |
| Nach dem Betrieb suchen | Website, Google-Unternehmensprofil | Link als Knopf |
| Im Kontakt per Mail oder Chat | Mail-Signatur, Abwesenheitsnachricht, Messenger | Link |
| Über Partner | Autohaus, Versicherungsagentur, Fuhrpark | Flyer mit QR-Code, Link für den Partner |
Wie der Knopf auf der Website sitzen sollte, beschreibt der Artikel Schadenmeldung auf der Website einbauen.
Was einen QR-Code scannbar macht
Ein QR-Code, der nicht gescannt wird, ist ein schwarzes Quadrat. Damit Kunden ihn tatsächlich nutzen, kommt es weniger auf Technik an als auf ein paar einfache Regeln:
- Ein Satz daneben, der sagt, was passiert: „Schaden? Hier in wenigen Minuten melden, mit Fotos.“ Ein Code ohne Text scannt kaum jemand.
- Ruhiger Hintergrund und klarer Kontrast, also dunkler Code auf hellem Grund, nicht auf einem Foto.
- Groß genug für die Entfernung, aus der man ihn sieht. Ein Aufsteller an der Theke braucht einen größeren Code als eine Rechnung.
- Vor dem Druck mit mehreren Handys testen, auch mit einem älteren Modell und bei schlechtem Licht.
- Nie einen Code drucken, dessen Ziel sich später ändern könnte. Der Link dahinter muss dauerhaft gleich bleiben.
Der letzte Punkt wird oft übersehen. Ein gedruckter Aufkleber bleibt jahrelang am Auto. Zeigt der Code dann ins Leere, ist er schlimmer als gar keiner. Bei Mein Schadenfall bleibt der Link zu deiner Meldestrecke fest, auch wenn sich Fragen oder Wege darin ändern.
Bestandskunden erreichen: Brief oder Mail
Deine wertvollsten Kunden für die Schadenmeldung sind die, die du schon hast. Sie kennen dich, sie vertrauen dir, und sie werden irgendwann wieder einen Schaden haben. Sie müssen nur wissen, dass es den neuen Weg gibt.
Ein Brief an die Kundenkartei ist dafür ein bewährter Weg: Er landet bei jedem, liegt auf dem Küchentisch und kann den QR-Code direkt tragen. Bei Werbung per Mail gelten strengere Regeln. Nach § 7 UWG braucht Werbung per elektronischer Post grundsätzlich eine vorherige ausdrückliche Einwilligung; für Bestandskunden gibt es eine Ausnahme mit mehreren Bedingungen, unter anderem einem Hinweis auf das Widerspruchsrecht bei jeder Mail.
Vorher klären
Ob und wie du deine Kunden anschreiben darfst, klärst du mit deinem Datenschutzbeauftragten oder einer Fachkanzlei. Das gilt für Brief und Mail gleichermaßen, denn auch beim Brief verarbeitest du Kundendaten.
Was in den Paketen von Mein Schadenfall dafür steckt
Weil die Bekanntheit über den Erfolg entscheidet, gehören Werkzeuge dafür in jede Stufe von Mein Schadenfall. Dazu zählen eine Briefkampagne an deine Bestandskunden, ein Starterpaket mit Aufklebern und Aufstellern für Theke und Fahrzeuge, eine Sharing-Karte für WhatsApp mit deinem Logo in der Vorschau und eine Einweisung fürs Team.
Die Einweisung ist dabei kein Beiwerk. Der Meldeweg wird nur bekannt, wenn das Team ihn selbst nennt: am Telefon, bei der Übergabe, an der Theke. Was die Stufen im Einzelnen enthalten, steht auf der Seite Pakete. Für Autohäuser und Kfz-Sachverständige zeigen die Branchenseiten, über welche Partner der Weg dort zusätzlich läuft.
Woran du merkst, dass es wirkt
Ob der Meldeweg bekannt ist, siehst du an zwei Dingen: Wie viele Meldungen kommen, und woher. Wer für Rechnung, Aufkleber und Website jeweils einen eigenen Zugang nutzt, sieht, welcher Ort trägt und welcher nicht.
Wie du die Herkunft je Kanal und weitere Kennzahlen sauber definierst, steht im Artikel Kennzahlen der Schadenannahme. Wenn du durchsprechen willst, welche Orte in deinem Betrieb am meisten bringen, melde dich für eine kostenlose Beratung.
Keine Rechtsberatung. Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich sind der jeweilige Versicherungsvertrag und die aktuelle Rechtslage; bei Fragen zum eigenen Fall hilft ein Verkehrsanwalt.
Quellen
Über den Autor
Christoph Brinke
Gelernter Lackierer und Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm, die Mein Schadenfall betreibt. Er kennt die Schadenmeldung aus Werkstatt, Begutachtung und Abwicklung.
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